Frauen, die Barrieren im Bereich seltener Krankheiten durchbrochen haben

 
Eine Forscherin in einem Labor, die einige Tests durchführt
 

Von wegweisenden Forscherinnen bis hin zu bahnbrechenden Verfechterinnen der öffentlichen Gesundheit – Frauen in der Medizin waren in der Vergangenheit aufgrund ihres Geschlechts und in manchen Fällen auch aufgrund ihrer ethnischen Herkunft mit Ausgrenzung konfrontiert. Dennoch haben sie neue Maßstäbe gesetzt – sowohl für die Ärzte, die ihnen nachfolgten, als auch für die Patienten, die in Zukunft von ihren Entdeckungen profitieren werden. Werfen Sie einen Blick auf einige ihrer Geschichten.

Dr. Helen Brooke Taussig, amerikanische Kardiologin

Dr. Helen Brooke Taussig, amerikanische Kardiologin

  1. Dr. med. HELEN BROOKE TAUSSIG (1898–1986)

    „Blue-Baby“-Syndrom/Angeborene Herzfehler

Dr. Taussig gilt weithin als Begründerin der Kinderkardiologie. Den größten Teil ihrer beruflichen Laufbahn verbrachte sie an der Johns Hopkins University, wo sie zunächst als Assistenzärztin in der Kardiologie tätig war und ab 1930 die Leitung der Kinderherzklinik übernahm. Zu ihren bedeutendsten Beiträgen auf diesem Gebiet zählt die Entwicklung einer Operationsmethode zur Behandlung des „Blue-Baby-Syndroms“, einer Erkrankung, die bei Neugeborenen mit seltenen angeborenen Herzfehlern auftreten kann. 


Dr. Marilyn Hughes Gaston, Ärztin und Forscherin

Dr. Marilyn Hughes Gaston, Ärztin und Forscherin

2. MARILYN HUGHES GASTON, Dr. med. (1939-)

Sichelzellenanämie

Dr. Gastons Arbeit hat die Behandlungsstandards und Sterblichkeitsraten bei Sichelzellenanämie maßgeblich beeinflusst. Dr. Gaston wurde kurz nach der Weltwirtschaftskrise in Cincinnati geboren und musste sich gegen weit verbreiteten Rassismus, Sexismus und Armut durchsetzen, um ihren Traum, Ärztin zu werden, zu verwirklichen. Sie war eine von nur sechs Frauen und die einzige schwarze Studentin in ihrem Jahrgang am College of Medicine der University of Cincinnati. 1986 veröffentlichte sie eine wichtige Studie, die die Wirksamkeit von Penicillin bei der Vorbeugung schwerer bakterieller Infektionen bei Kindern mit Sichelzellenanämie belegte. 1990 wurde sie als erste schwarze Frau zur Direktorin des US-Amtes für primäre Gesundheitsversorgung ernannt.


Dr. Philippa Marrack, englische Immunologin und Wissenschaftlerin

Dr. Philippa Marrack, englische Immunologin und Wissenschaftlerin

3. Dr. med. PHILIPPA MARRACK (1945-)

Forschung zu T-Zell-Rezeptoren

Dr. Marrack ist eine in Großbritannien geborene Ärztin, die sich auf Immunologie spezialisiert hat. Sie ist vor allem für ihre Arbeit an T-Zellen bekannt, wichtigen Bestandteilen des Immunsystems. Im Jahr 1983 gehörten Dr. Marrack und Dr. John Kappler, ihr Kollege und Ehemann, zu den Ersten, die den T-Zell-Rezeptor isolierten, der dem Immunsystem hilft, Antigene (Substanzen, die die Produktion von Antikörpern anregen) zu erkennen. In den letzten Jahren konzentrierte sich Dr. Marracks Forschung darauf, die höhere Häufigkeit bestimmter Autoimmunerkrankungen wie Lupus und Multiple Sklerose bei Frauen zu verstehen. 


Dr. Annie Dodge Wauneka, Politikerin und Aktivistin im Bereich der öffentlichen Gesundheit

Dr. Annie Dodge Wauneka, Politikerin und Aktivistin im Bereich der öffentlichen Gesundheit

4. ANNIE DODGE WAUNEKA (1910–1997)

Tuberkulose

Annie Dodge Wauneka, ein Mitglied der Navajo-Nation, wurde in einem Reservat in der Nähe von Sawmill, Arizona, geboren. Während ihrer Kindheit forderte eine Grippewelle den Tod Tausender Navajos, von denen Wauneka viele persönlich kannte. Später erwarb sie einen Abschluss in Public Health an der University of Arizona und widmete ihre berufliche Laufbahn der Verbesserung der Gesundheitsbedingungen für die Navajo-Gemeinschaft. Sie verwirklichte ihr Ziel nicht nur durch ihre Arbeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit, sondern auch durch ihr politisches Engagement. Sie kandidierte für einen Sitz im Stammesrat und wurde 1951 als erst zweite Frau überhaupt in ein Ratsamt gewählt. Sie wurde sechsmal wiedergewählt und besiegte bei einer Wahl sogar ihren Ehemann, den Rancher George Wauneka. Als Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Stammesrat widmete sich Wauneka mehreren dringenden Problemen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Dazu gehörte auch die Tuberkulose, eine Krankheit, von der die Gemeinschaften der amerikanischen Ureinwohner überproportional betroffen waren. 1963 wurde Wauneka als erste amerikanische Ureinwohnerin mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet.


Dr. Dorothy Hansine Andersen, amerikanische Ärztin und Forscherin

Dr. Dorothy Hansine Andersen, amerikanische Ärztin und Forscherin

5. DOROTHY ANDERSEN, Dr. med., Dr. phil. (1901–1963)

Mukoviszidose

Dr. Andersen schlug eine Laufbahn in der Pathologie ein, nachdem ihr in den 1920er Jahren aufgrund ihres Geschlechts die Facharztausbildung zur Chirurgin verwehrt worden war. Diese Entscheidung führte sie auf einen Weg, der bedeutende Auswirkungen auf die Medizin haben sollte. 1958 wurde sie Leiterin der Pathologie am Columbia Presbyterian Hospital. Bei der Obduktion eines Kindes mit Zöliakie fiel ihr eine Anomalie auf, die ihr Interesse weckte. Ihre anschließenden Forschungen führten zur Entdeckung einer Erkrankung, die sie Mukoviszidose nannte. Sie entwickelte einen Diagnosetest für die Krankheit, der bis heute verwendet wird, und wurde später zur Ehrenvorsitzenden der Cystic Fibrosis Foundation ernannt.

 

Einen schönen Monat der Frauengeschichte!


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Evelyn Leigh

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