Was ist eine autoimmune hämolytische Anämie (AIHA)?
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Die autoimmune hämolytische Anämie (AIHA) ist eine seltene Form der Anämie, die durch eine Fehlfunktion des Immunsystems verursacht wird.
Anämie tritt auf, wenn der Körper nicht genügend rote Blutkörperchen hat. Bei einer AIHA bildet das Immunsystem Proteine (sogenannte Antikörper), die die körpereigenen roten Blutkörperchen angreifen und zerstören.
AIHA ist eine komplizierte Erkrankung, die Menschen auf unterschiedliche Weise betrifft. Zu den häufigsten Symptomen zählen Müdigkeit, Schwäche, Schwindel und Atemnot.
Eine vollständige Heilung der AIHA ist nicht immer möglich, aber die Erkrankung kann behandelt werden. Die Behandlung kann bei den meisten Menschen dazu beitragen, die Zerstörung der roten Blutkörperchen zu stoppen und die Symptome zu lindern.
Die Rolle der roten Blutkörperchen bei der AIHA
Rote Blutkörperchen sind für den Transport von Sauerstoff zu allen Zellen des Körpers verantwortlich. Ein Mangel an roten Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren, kann dazu führen, dass eine Person müde ist, unter Atemnot leidet und blass aussieht. Der medizinische Fachbegriff für einen Mangel an roten Blutkörperchen lautet Anämie.
Rote Blutkörperchen enthalten ein wichtiges Protein namens Hämoglobin. Hämoglobin enthält Eisen, das sich leicht an Sauerstoff bindet. Hämoglobin verleiht dem Blut außerdem seine rote Farbe.
Das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen bindet Sauerstoffmoleküle an der Stelle, an der die Lunge mit dem Blutkreislauf in Kontakt kommt. Nachdem sie die Körperzellen mit Sauerstoff versorgt haben, nehmen die roten Blutkörperchen Kohlendioxid auf und transportieren es zurück zur Lunge, wo es ausgeatmet wird.
Rote Blutkörperchen spielen eine Rolle bei der Unterstützung des Immunsystems bei der Abwehr eindringender Bakterien oder Viren. Rote Blutkörperchen können Substanzen freisetzen, die bei Bedarf eine Erweiterung der Blutgefäße bewirken.
Die Arten der autoimmunen hämolytischen Anämie (AIHA)
AIHA wird auf verschiedene Weise klassifiziert. Die Feststellung, welche Art von AIHA eine Person hat, hilft Ärzten dabei, die beste Behandlung für jeden einzelnen Fall zu bestimmen.
Im Allgemeinen wird AIHA entweder als primär oder sekundär eingestuft. AIHA wird auch als Warm-Antikörper-AIHA oder Kalt-Antikörper-AIHA klassifiziert, je nach der optimalen Temperatur, bei der die Antikörper die roten Blutkörperchen zerstören.
Primäre AIHA
Primäre AIHA ist eine AIHA ohne erkennbare Ursache. Etwa die Hälfte aller AIHA-Fälle sind primär. Diese Art der AIHA verläuft häufiger als die sekundäre AIHA asymptomatisch (ohne Symptome). Primäre AIHA ist außerdem häufiger als sekundäre AIHA lebensbedrohlich. Ein anderer Name für primäre AIHA ist idiopathische AIHA. Idiopathisch ist ein medizinischer Begriff, der „unbekannter Ursache“ bedeutet.
Sekundäre AIHA
Sekundäre AIHA, auch als erworbene AIHA bezeichnet, ist eine AIHA, die durch eine zugrunde liegende Erkrankung verursacht wird. Zu den Gesundheitszuständen, die häufig mit sekundärer AIHA in Verbindung gebracht werden, gehören Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus oder rheumatoide Arthritis) und Blutkrebs (z. B. lymphatische Leukämie oder Lymphom). Sekundäre AIHA kann auch durch eine Infektion oder eine Reaktion auf ein Medikament verursacht werden.
Was ist der Unterschied zwischen warmer und kalter Autoimmun-Anämie?
Immunglobulin G (IgG) ist der Antikörper, der mit den meisten Fällen von warmer Antikörper-AIHA in Verbindung gebracht wird. Kalte Antikörper-AIHA wird höchstwahrscheinlich durch den Immunglobulin-M-Antikörper (IgM) verursacht.
Warm-Antikörper-Autoimmun-Anämie
Rote Blutkörperchen werden bei normaler Körpertemperatur zerstört.
70 % bis 80 % der AIHA-Fälle
Betrifft Männer und Frauen gleichermaßen
Der Antikörper ist fast immer IgG.
50 % der Fälle sind primär, 50 % sind sekundär.
Die sekundäre Form der Warm-Antikörper-Anämie wird wahrscheinlich durch eine Autoimmun- oder lymphoproliferative Erkrankung verursacht.
Kälte-Antikörper-Autoimmun-Anämie
Rote Blutkörperchen werden bei Temperaturen unterhalb der normalen Körpertemperatur zerstört.
Bis zu 20 % der AIHA-Fälle
Ältere Frauen sind häufiger betroffen
Der Antikörper ist in der Regel IgM.
Meistens mit sekundären Ursachen in Verbindung gebracht
Die sekundäre Ursache ist höchstwahrscheinlich eine Infektion oder eine lymphoproliferative Erkrankung.
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